gb-1843-01-23-03
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Kassel, 23. Januar 1843
Maschinenlesbare Übertragung der vollständigen Korrespondenz Felix Mendelssohn Bartholdys (FMB-C)
1 Doppelbl.: S. 1-3 Brieftext; S. 4 Adresse, 2 Poststempel [CASSEL 1843 / 23/1], [St. Post / 26? JAN / V. 3-5], Siegel.
Louis Spohr
Green Books
Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C): Digitale Edition der vollständigen Korrespondenz (Hin- und Gegenbriefe) Felix Mendelssohn Bartholdys auf XML-TEI-Basis.
Die Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C) ediert die Gesamtkorrespondenz des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in Form einer digitalen, wissenschaftlich-kritischen Online-Ausgabe. Sie bietet neben der diplomatischen Wiedergabe der rund 6.000 Briefe Mendelssohns erstmals auch eine Gesamtausgabe der über 7.200 Briefe an den Komponisten sowie einen textkritischen, inhalts- und kontexterschließenden Kommentar aller Briefe. Sie wird ergänzt durch eine Personen- und Werkdatenbank, eine Lebenschronologie Mendelssohns, zahlreicher Register der Briefe, Werke, Orte und Körperschaften sowie weitere Verzeichnisse. Philologisches Konzept, Philologische FMB-C-Editionsrichtlinien: Uta Wald, Dr. Ulrich Taschow. Digitales Konzept, Digitale FMB-C-Editionsrichtlinien: Dr. Ulrich Taschow. Technische Konzeption der Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence (FMB-C) Ausgabe und Webdesign: Dr. Ulrich Taschow.
Felix Mendelssohn
Leipzig.frei.
Casselden
sten
Januar
Die neue
David
Dr.
Schumann
Ouvertureverlegen. Die hiesigen musikalischen Freunde meinten
Auf Drängen eines
Sinfonie
L.
Spohr.
Cassel den 23sten Januar 1843. Geehrtester Freund,
Die neue Concertouverture, welche Ihnen von Freund David angekündigt seyn wird, werden Sie durch Hn. Dr. Schumann erhalten. Bey einem Dirigenten wie Sie bedarf es nicht erst der Bitte um sorgfältiges Einüben, weil es sich von selbst versteht. Ich bemerke daher bloß, daß ich sie bey den Proben doch schwerer gefunden habe, als ich anfangs glaubte und daß ich besondere Mühe hatte, das Orchester vor dem Eilen zu bewahren, wozu die Triolen-Figur des Thema’s unwillkührlich hinreißt. Die Ouverture macht sich am besten, wenn sie recht schwer, ich mögte sagen, schwerfällig vorgetragen wird und bis zu Ende (mit Ausnahme des etwas langsamern Mittelsatzes) streng in demselben Tempo genommen wird. Einige Accord-Folgen mit der ganzen Masse werden nur dann erst klar, wenn sie von allen recht rein intonirt werden, was aber, weil es die Masse ist, seine großen Schwierigkeiten hat, wie ich das hier bey der ersten Probe zu meinem Schrecken bemerkt habe. Nach einigen Wiederholungen dieser Stellen gelang es jedoch damit. – Ich war um einen Titel der Ouverture verlegen. Die hiesigen musikalischen Freunde meinten zwar, sie passe ihrem Inhalt nach zur „Braut von Messina„. Mir will das nicht scheinen; ich habe sie daher einfach Concert-Ouverture im ernsten Styl genannt und bitte, sie dort auch so zu benennen.
Auf Drängen eines englischen Musikverlegers habe ich begonnen eine Claviersonate zu schreiben und 3 Sätze bereits fertig. Es ist ein tolles Unternehmen, ein Solostück für ein Instrument zu schreiben, was man selbst gar nicht spielt; mich reizte aber die Schwierigkeit und so habe ich denn mit Hülfe meiner Frau, bey der ich das Claviermäßige erprobte, doch etwas zu Stande gebracht, was wie Claviermusik klingt. Beym Niederschreiben wünschte ich oft es von Ihnen zu hören! Dieß bringt mich nun auf den Gedanken, da ich ohnehin schon lange gewünscht habe, Ihnen ein öffentliches Zeichen meiner freundschaftlichen Anhänglichkeit zu geben, Ihnen die Sonate zu dediciren, wozu ich hiermit um Erlaubniß bitte. Mit der englischen Ausgabe wird zu gleicher Zeit eine deutsche erscheinen.
Hauptmann berichtet mir von den dortigen Musikaufführungen so viel schönes, daß ich von Neuem große Lust bekommen habe, einmal auf 8 – 14 Tage dort zu seyn. Leider muß ich auf jeden solchen Wunsch verzichten, nachdem ich im Herbst so unangenehme Erfahrungen gemacht habe. Um so mehr hat mich aber die Hoffnung erfreuet, die er mir macht, daß Sie die Güte haben würden, uns Ihre Sinfonie nach der dortigen Aufführung sogleich zu senden, so daß wir sie noch in unserm letzten Concerte zur Aufführung bringen könnten. Gönnen Sie mir diesen Ersatz für so manches was ich entbehren muß.
Mit herzlicher Freundschaft ganz der Ihrige L. Spohr.
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Übersetzung, S. 206 ff.).</bibl> <bibl type="digital_publication">Spohr Briefe (Online-Edition): <ref target="https://www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1843012311&suchbegriff=" xml:id="ref_748ba72f-cb69-47fc-a744-032e890217e7">Brief Nr. 1843012311</ref>.</bibl> </listBibl> </additional> </msDesc> </sourceDesc> </fileDesc> <encodingDesc> <projectDesc> <p>Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C): Digitale Edition der vollständigen Korrespondenz (Hin- und Gegenbriefe) Felix Mendelssohn Bartholdys auf XML-TEI-Basis.</p> </projectDesc> <editorialDecl> <p>Die Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C) ediert die Gesamtkorrespondenz des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) in Form einer digitalen, wissenschaftlich-kritischen Online-Ausgabe. Sie bietet neben der diplomatischen Wiedergabe der rund 6.000 Briefe Mendelssohns erstmals auch eine Gesamtausgabe der über 7.200 Briefe an den Komponisten sowie einen textkritischen, inhalts- und kontexterschließenden Kommentar aller Briefe. Sie wird ergänzt durch eine Personen- und Werkdatenbank, eine Lebenschronologie Mendelssohns, zahlreicher Register der Briefe, Werke, Orte und Körperschaften sowie weitere Verzeichnisse. Philologisches Konzept, Philologische FMB-C-Editionsrichtlinien: Uta Wald, Dr. Ulrich Taschow. Digitales Konzept, Digitale FMB-C-Editionsrichtlinien: Dr. Ulrich Taschow. Technische Konzeption der Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence (FMB-C) Ausgabe und Webdesign: Dr. Ulrich Taschow.</p> </editorialDecl> </encodingDesc> <profileDesc> <creation>23. 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Mir will das nicht scheinen; ich habe sie daher einfach <title xml:id="title_50350bdd-721e-4833-a7f8-fd781b242925">Concert-Ouverture im ernsten Styl<name key="PSN0115032" style="hidden" type="author">Spohr, Louis (Ludewig) (1784-1859)</name><name key="CRT0110924" style="hidden" type="music">Konzertouvertüre im ernsten Stil D-Dur, op. 126</name></title> genannt und bitte, sie <placeName xml:id="placeName_c84db1e2-2e01-40d2-92ea-9fbaa471f5e5">dort<name key="NST0100117" style="hidden" subtype="Abonnementkonzerte, Konzerte" type="institution">Gewandhaus</name><settlement key="STM0100116" style="hidden" type="locality">Leipzig</settlement><country style="hidden">Deutschland</country></placeName> auch so zu benennen.<note resp="FMBC" style="hidden" type="single_place_comment" xml:id="note_f0722e97-653a-4588-a225-59832c17e03c" xml:lang="de ">sie dort auch so zu benennen – Louis Spohrs Konzertouvertüre im ernsten Stil op. 126 wurde am 23. März 1843 im 19. Abonnementkonzert der Saison 1842/43 im Saal des Gewandhauses zu Leipzig unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy aufgeführt; siehe Hagels, Konzerte in Leipzig, Statistik, S. 1103 f.</note></p> <p>Auf Drängen eines <persName xml:id="persName_975348c2-1b37-4787-822d-a84e5f2d5f5c">englischen Musikverlegers<name key="PSN0115067" style="hidden" type="person">Stapleton, Frederic</name></persName> habe ich begonnen eine <title xml:id="title_2af18234-fda9-4e00-a189-a77f1c766b90">Claviersonate<name key="PSN0115032" style="hidden" type="author">Spohr, Louis (Ludewig) (1784-1859)</name><name key="CRT0110921" style="hidden" type="music">Klaviersonate As-Dur, op. 125</name></title> zu schreiben und 3 Sätze bereits fertig. 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Dieß bringt mich nun auf den Gedanken, da ich ohnehin schon lange gewünscht habe, Ihnen ein öffentliches Zeichen meiner freundschaftlichen Anhänglichkeit zu geben, Ihnen die <title xml:id="title_8542d31e-f0ed-425c-bc9b-bfe4f0381d83">Sonate<name key="PSN0115032" style="hidden" type="author">Spohr, Louis (Ludewig) (1784-1859)</name><name key="CRT0110921" style="hidden" type="music">Klaviersonate As-Dur, op. 125</name></title> zu dediciren,<note resp="FMBC" style="hidden" type="single_place_comment" xml:id="note_86bc94ef-c60e-479b-8350-d4623e7d62ca" xml:lang="de ">Ihnen die Sonate zu dediciren – Mendelssohn nahm die Widmung von Spohrs Klaviersonate As-Dur, op. 125 an; siehe Brief fmb-1843-01-26-03 (Brief Nr. 3788) Felix Mendelssohn Bartholdy an Louis Spohr in Kassel, Leipzig, 26. Januar 1843, Z. 4 ff.: »welch eine herzliche Freude Sie mir damit gemacht haben, und Ihnen für die hohe, ehrenvolle Auszeichnung zu danken, die Sie mir durch die Widmung eines Ihrer Werke erweisen!«</note> wozu ich hiermit um Erlaubniß bitte. Mit der englischen Ausgabe wird zu gleicher Zeit eine deutsche erscheinen.</p> <p><persName xml:id="persName_115253c7-612d-4156-9be9-368e91e28233">Hauptmann<name key="PSN0111769" style="hidden" type="person">Hauptmann, Carl Moritz (1792-1868)</name></persName> berichtet mir von de<unclear reason="covering" resp="FMBC">n dor</unclear>tigen Musikaufführungen so viel schöne<unclear reason="covering" resp="FMBC">s,</unclear> daß ich von Neuem große Lust bekommen habe, einmal auf 8 – 14 Tage dort zu seyn. Leider muß ich auf jeden solchen Wunsch verzichten, nachdem ich im Herbst so unangenehme Erfahrungen gemacht habe. Um so mehr hat mich aber die Hoffnung erfreuet, die er mir macht, daß Sie die Güte haben würden, uns Ihre <title xml:id="title_a30f269a-e107-416d-87cd-98c96923bd22"><hi rend="latintype">Sinfonie</hi><list style="hidden" type="fmb_works_directory" xml:id="list_fb31913b-687f-4339-a43e-bb45a18448fb"><item n="1" sortKey="musical_works" style="hidden"></item><item n="2" sortKey="instrumental_music" style="hidden"></item><item n="3" sortKey="orchestral_music" style="hidden"></item><item n="4" sortKey="symphonies" style="hidden"></item></list><name key="PSN0000001" style="hidden" type="author">Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847)</name><name key="PRC0100344" style="hidden">Sinfonie Nr. 3 a-Moll (»Schottische«) für Orchester, 30. Juli 1829; [ca. 1841] bis 20. Januar 1842<idno type="MWV">N 18</idno><idno type="op">56</idno></name></title> nach der dortigen Aufführung<note resp="FMBC" style="hidden" type="single_place_comment" xml:id="note_3dfce963-b1d7-448b-a49f-ab5be134358d" xml:lang="de ">Ihre Sinfonie nach der dortigen Aufführung – Felix Mendelssohn Bartholdy leitete am 26. Januar 1843 im 15. Abonnementkonzert der Saison 1842/43 im Saal des Gewandhauses zu Leipzig die Aufführung seiner Sinfonie Nr. 3 a-Moll (»Schottische«), op. 56 (MWV N 18); siehe Hagels, Konzerte in Leipzig, Statistik, S. 1096 f.</note> sogleich zu senden, so daß wir sie noch in <placeName xml:id="placeName_c48dfde8-1702-4a8d-a020-89c3285306bc">unserm letzten Concerte<name key="NST0105237" style="hidden" subtype="Abonnementkonzerte" type="institution">Abonnementkonzerte</name><settlement key="STM0100115" style="hidden" type="locality">Kassel</settlement><country style="hidden">Deutschland</country></placeName> zur Aufführung bringen könnten. <seg type="closer">Gönnen Sie mir diesen Ersatz für so manches was ich entbehren muß.</seg></p> <signed rend="right">Mit herzlicher Freundschaft ganz der Ihrige <hi rend="latintype">L</hi>. <hi rend="latintype">Spohr</hi>.</signed> </div> </body> </text></TEI>