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fmb-1837-01-19-02

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Felix Mendelssohn Bartholdy an Elisabeth Jeanrenaud in Frankfurt a. M. <lb></lb>Leipzig, 19. Januar 1837 Ihr lieber Brief hat mich erfreut und betrübt zugleich, weil ich aufs Neue daraus sehe, wie groß das Opfer ist, das Sie mir durch diese Winterreise bringen wollen, wie groß die Schwierigkeiten die Sie mir Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online (FMB-C) noch nicht ermittelt noch nicht ermittelt Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847)Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Transkription: FMB-C Edition: FMB-C Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C). Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft. Humboldt-Universität zu Berlin
Am Kupfergraben 5 10117 Berlin Deutschland
http://www.mendelssohn-online.com Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) Bd. 5, 1532

Maschinenlesbare Übertragung der vollständigen Korrespondenz Felix Mendelssohn Bartholdys (FMB-C)

Großbritannien Oxford GB-Ob Oxford, Bodleian Library Music Section M.D.M. d. 18, fol. 26–27. Autograph Felix Mendelssohn Bartholdy an Elisabeth Jeanrenaud in Frankfurt a. M.; Leipzig, 19. Januar 1837 Ihr lieber Brief hat mich erfreut und betrübt zugleich, weil ich aufs Neue daraus sehe, wie groß das Opfer ist, das Sie mir durch diese Winterreise bringen wollen, wie groß die Schwierigkeiten die Sie mir

4 beschr. S.; Adresse.

Felix Mendelssohn Bartholdy

-

Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe FMB-C: Digitale Edition der vollständigen Korrespondenz Hin- und Gegenbriefe Felix Mendelssohn Bartholdys auf XML-TEI-Basis.

Die Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe FMB-C ediert die Gesamtkorrespondenz des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy 1809-1847 in Form einer digitalen, wissenschaftlich-kritischen Online-Ausgabe. Sie bietet neben der diplomatischen Wiedergabe der rund 6.000 Briefe Mendelssohns erstmals auch eine Gesamtausgabe der über 7.200 Briefe an den Komponisten sowie einen textkritischen, inhalts- und kontexterschließenden Kommentar aller Briefe. Sie wird ergänzt durch eine Personen- und Werkdatenbank, eine Lebenschronologie Mendelssohns, zahlreicher Register der Briefe, Werke, Orte und Körperschaften sowie weitere Verzeichnisse. Philologisches Konzept, Philologische FMB-C-Editionsrichtlinien: Uta Wald, Dr. Ulrich Taschow. Digitales Konzept, Digitale FMB-C-Editionsrichtlinien: Dr. Ulrich Taschow. Technische Konzeption der Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence FMB-C Ausgabe und Webdesign: Dr. Ulrich Taschow.

19. Januar 1837 Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847)counter-resetMendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Leipzig Deutschland Jeanrenaud, Elisabeth (Lilly) Wilhelmine (1796-1871) Frankfurt a. M. Deutschland deutsch
An Mde. E. Jeanrenaud.
Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847)Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847)Leipzig den 19 Jan. 1837Liebe Mama

Ihr lieber Brief hat mich erfreut und betrübt zugleich, weil ich aufs Neue daraus sehe, wie groß das Opfer ist, das Sie mir durch diese Winterreise bringen wollen, wie groß die Schwierigkeiten die Sie mir zu Liebe überwinden wollen, und weil ich doch nichts thun kann, um dieselben zu vermindern. Aber indem ich darüber hin und her dachte, fiel mir ein, ob es Ihnen vielleicht recht wäre, wenn ich Sie in Butlar abholte, dann hätten Sie doch nur eine Tagreise ohne Begleiter zu machen – vielleicht könnten Sie die erste Nacht in Hanau bei Ihren VerwandtenSchlemmer, Wilhelmine Friederike Henriette (1773-1846) bleiben, dann kommen Sie den 2ten Tag wohl bis Butlar, wo ich Abends gegen 8 einträfe, das Weitere fände sich dann. Es ist doch auch für mich ein ängstlicher Gedanke, wenn Sie beide allein die weite Reise machen sollten. Und doch ist der Gedanke sie nun bald wiederzusehn, meine einzige Freude, und doch kann ich Sie nur bitten, ihn bald, recht bald auszuführen, und meinen Dank und mein Glück, das muß ich wieder alles verschweigen, und nur bitten, thun Sie es, kommen Sie bald.

CécileMendelssohn Bartholdy, Cécile Sophie Charlotte (1817-1853) schreibt mir gestern daß der Hr. KlingKling, Conrad Daniel Gustav (1803-?) seine Dienste nochmals angeboten hat, im Falle Sie sie annähmen, erführe ichs wohl bald, und auch im andern Falle bitte ich Sie mir recht bald Nachricht zu geben, damit ich mich losmachen kann, um Ihnen entgegen zu kommen. Nun nochmals die Bitte, daß Sie doch wo möglich am Donnerstag von dort abreisen möchten (oder Freitag) weil ich sonst Ihnen nicht entgegenreisen könnte, indem ich Dinstag bis Donnerstag immer hier sein muß. Sie schreiben mir, Sie dächten Ende des Monats zu reisen – auch das Wetter scheint gelinde und freundlicher zu werden – o sagen Sie mir denn bald, daß Sie reisen, und wann Sie reisen. Ich muß vom 31sten Jan. bis zum 3ten Februar hier sein. Den 3ten und 4ten bin ich wieder ganz frei. Vom 5ten bis zum 9ten wieder nicht. Darf ich nun da hoffen, Sie den 30sten oder 29sten abzuholen, Sie wiederzusehen – mir ists sonderbar indem ich denke, daß es nur noch 10 Tage sind, bis dahin.

SchuncksSchunck, Familie von → Friedrich Philipp Daniel S. freuen sich auf Ihre Ankunft mehr als ich sagen kann, doch habe ich Ihrem Wunsch zufolge noch nicht gesagt, daß JulieJeanrenaud, Julie Sophie (1816-1875) nicht kommt, was namentlich die MädchenSchunck, Julie (1819-1899)Schunck, Cornelie (1821-1910) wirklich sehr betrüben wird. Bald werde ichs ihnen wohl auch sagen müssen, denn sie bestürmen mich jedesmal mit Fragen deshalb, und wollen sich alles schon im Voraus recht schön ausmalen.

Verzeihn Sie mir diese eiligen, flüchtigen Zeilen, ich bin von Geschäften überhäuft, und kann auch kaum mehr schreiben, ich hoffe aufs Sprechen, aufs Wiedersehn. Wenn Sie mich in Butlar brauchen, so bitte ich Sie es mir gleich zu schreiben – es müßte dann Ende dieses Monats, oder nach dem 9ten des nächsten sein – das letztere hoffe ich nicht – leben Sie wohl, liebe Mama, meinen Dank für Ihren lieben Brief und meine herzlichen Wünsche wissen Sie. Ihr

Felix MB.
            Leipzig den 19 Jan. 1837Liebe Mama
Ihr lieber Brief hat mich erfreut und betrübt zugleich, weil ich aufs Neue daraus sehe, wie groß das Opfer ist, das Sie mir durch diese Winterreise bringen wollen, wie groß die Schwierigkeiten die Sie mir zu Liebe überwinden wollen, und weil ich doch nichts thun kann, um dieselben zu vermindern. Aber indem ich darüber hin und her dachte, fiel mir ein, ob es Ihnen vielleicht recht wäre, wenn ich Sie in Butlar abholte, dann hätten Sie doch nur eine Tagreise ohne Begleiter zu machen – vielleicht könnten Sie die erste Nacht in Hanau bei Ihren Verwandten bleiben, dann kommen Sie den 2ten Tag wohl bis Butlar, wo ich Abends gegen 8 einträfe, das Weitere fände sich dann. Es ist doch auch für mich ein ängstlicher Gedanke, wenn Sie beide allein die weite Reise machen sollten. Und doch ist der Gedanke sie nun bald wiederzusehn, meine einzige Freude, und doch kann ich Sie nur bitten, ihn bald, recht bald auszuführen, und meinen Dank und mein Glück, das muß ich wieder alles verschweigen, und nur bitten, thun Sie es, kommen Sie bald.
Cécile schreibt mir gestern daß der Hr. Kling seine Dienste nochmals angeboten hat, im Falle Sie sie annähmen, erführe ichs wohl bald, und auch im andern Falle bitte ich Sie mir recht bald Nachricht zu geben, damit ich mich losmachen kann, um Ihnen entgegen zu kommen. Nun nochmals die Bitte, daß Sie doch wo möglich am Donnerstag von dort abreisen möchten (oder Freitag) weil ich sonst Ihnen nicht entgegenreisen könnte, indem ich Dinstag bis Donnerstag immer hier sein muß. Sie schreiben mir, Sie dächten Ende des Monats zu reisen – auch das Wetter scheint gelinde und freundlicher zu werden – o sagen Sie mir denn bald, daß Sie reisen, und wann Sie reisen. Ich muß vom 31sten Jan. bis zum 3ten Februar hier sein. Den 3ten und 4ten bin ich wieder ganz frei. Vom 5ten bis zum 9ten wieder nicht. Darf ich nun da hoffen, Sie den 30sten oder 29sten abzuholen, Sie wiederzusehen – mir ists sonderbar indem ich denke, daß es nur noch 10 Tage sind, bis dahin.
Schuncks freuen sich auf Ihre Ankunft mehr als ich sagen kann, doch habe ich Ihrem Wunsch zufolge noch nicht gesagt, daß Julie nicht kommt, was namentlich die Mädchen wirklich sehr betrüben wird. Bald werde ichs ihnen wohl auch sagen müssen, denn sie bestürmen mich jedesmal mit Fragen deshalb, und wollen sich alles schon im Voraus recht schön ausmalen.
Verzeihn Sie mir diese eiligen, flüchtigen Zeilen, ich bin von Geschäften überhäuft, und kann auch kaum mehr schreiben, ich hoffe aufs Sprechen, aufs Wiedersehn. Wenn Sie mich in Butlar brauchen, so bitte ich Sie es mir gleich zu schreiben – es müßte dann Ende dieses Monats, oder nach dem 9ten des nächsten sein – das letztere hoffe ich nicht – leben Sie wohl, liebe Mama, meinen Dank für Ihren lieben Brief und meine herzlichen Wünsche wissen Sie. Ihr
Felix MB.          
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