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fmb-1836-12-12-01

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Felix Mendelssohn Bartholdy an Breitkopf & Härtel in Leipzig <lb/>Leipzig, 12. Dezember 1836 so eben erhaltene geehrte Zuschrift erklärt den Punct, wegen dessen ich Herrn Raymund Härtel gestern schrieb, durchaus nicht, läßt mich vielmehr von neuem bedauern, daß ich eine mir so unangenehme Sache von neuem besprechen muß. Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online (FMB-C) Breitkopf & Härtel an Felix Mendelssohn Bartholdy in Frankfurt a. M.; Leipzig, 17. Juni 1836 Breitkopf & Härtel an Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig; Leipzig, 13. Dezember 1836 Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Transkription: FMB-C Edition: FMB-C Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe (FMB-C). Institut für Musikwissenschaft und Medienwissenschaft. Humboldt-Universität zu Berlin
Am Kupfergraben 5 10117 Berlin Deutschland
http://www.mendelssohn-online.com Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0) Bd. 5, 1496

Maschinenlesbare Übertragung der vollständigen Korrespondenz Felix Mendelssohn Bartholdys (FMB-C)

Deutschland Darmstadt D-DS Darmstadt, Universitäts- und Landesbibliothek Musikabteilung Musikabteilung, I.47. Autograph Felix Mendelssohn Bartholdy an Breitkopf & Härtel in Leipzig; Leipzig, 12. Dezember 1836 so eben erhaltene geehrte Zuschrift erklärt den Punct, wegen dessen ich Herrn Raymund Härtel gestern schrieb, durchaus nicht, läßt mich vielmehr von neuem bedauern, daß ich eine mir so unangenehme Sache von neuem besprechen muß.

4 beschr. S.; Adresse (oben auf der ersten Briefseite), Verlagsvermerk auf der vierten Briefseite: »1836 / 12 Dec. / eod. / resp. eod vide / Privat-CB // vH. / Mendelssohn / Nr 1948«.

Felix Mendelssohn Bartholdy

Verlagsarchiv Breitkopf & Härtel, Leipzig.

Elvers, Briefe an deutsche Verleger, S. 53-55.

Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe FMB-C: Digitale Edition der vollständigen Korrespondenz Hin- und Gegenbriefe Felix Mendelssohn Bartholdys auf XML-TEI-Basis.

Die Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence Online-Ausgabe FMB-C ediert die Gesamtkorrespondenz des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy 1809-1847 in Form einer digitalen, wissenschaftlich-kritischen Online-Ausgabe. Sie bietet neben der diplomatischen Wiedergabe der rund 6.000 Briefe Mendelssohns erstmals auch eine Gesamtausgabe der über 7.200 Briefe an den Komponisten sowie einen textkritischen, inhalts- und kontexterschließenden Kommentar aller Briefe. Sie wird ergänzt durch eine Personen- und Werkdatenbank, eine Lebenschronologie Mendelssohns, zahlreicher Register der Briefe, Werke, Orte und Körperschaften sowie weitere Verzeichnisse. Philologisches Konzept, Philologische FMB-C-Editionsrichtlinien: Uta Wald, Dr. Ulrich Taschow. Digitales Konzept, Digitale FMB-C-Editionsrichtlinien: Dr. Ulrich Taschow. Technische Konzeption der Felix Mendelssohn Bartholdy Correspondence FMB-C Ausgabe und Webdesign: Dr. Ulrich Taschow.

12. Dezember 1836 Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) counter-reset Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Leipzig Deutschland Breitkopf & Härtel (bis 1786: Breitkopf), Verlag und Musikalienhandlung in Leipzig Leipzig Deutschland deutsch
Herrn Breitkopf & Härtel Wohlgeboren hier.
Verlagsvermerk auf der vierten Briefseite: »1836 / 12 Dec. / eod. / resp. eod vide / Privat-CB // vH. / Mendelssohn / Nr 1948«.
Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Mendelssohn Bartholdy (bis 1816: Mendelssohn), Jacob Ludwig Felix (1809-1847) Ew. Wohlgeboren

so eben erhaltene geehrte Zuschrift erklärt den Punct, wegen dessen ich Herrn Raymund HärtelHärtel, Raymund (1810-1888) gestern schrieb, durchaus nicht, läßt mich vielmehr von neuem bedauern, daß ich eine mir so unangenehme Sache von neuem besprechen muß. – Allerdings hatten Sie mein Portrait für Ihre „Sammlung“ noch außer dem Zweck für die musikalische Zeitung gewünscht; Sie sprachen damals sogar von einer Copie des Oelbildes<name key="PSN0111982" style="hidden" type="author">Hildebrandt, Ferdinand Theodor (1804-1874)</name><name key="CRT0109260" style="hidden" type="art">Felix Mendelssohn Bartholdy (Ölgemälde 1834)</name> für Ihre „Sammlung“, und um so weniger konnte ich mir bei diesem Ausdruck damals etwas andres als Ihre Privatsammlung denken, indem ich mir sonst es gar nicht hätte erklären können, und unter Sammlung eben so wenig das Album als den Kunsthandel verstehen konnte. Sie sagen, Sie hätten mir davon geschrieben, daß im Album auch mein Portrait erscheinen sollen, ich hätte darauf nicht geantwortet; ich weiß mich dessen nicht zu entsinnen, und eben da ich nicht geantwortet habe, wäre eine nochmalige Erwähnung davon im Laufe der 6 Monate wohl natürlich gewesen.

Ich hätte es durch die 10-12 000 Anzeigen erfahren sollen, aber unglücklicherweise ist gerade mir von diesen 10-12 000 keine einzige zugeschickt worden, und keine davon zu Gesicht gekommen.

Sie lassen mir nun die Wahl, ob und wann mein Portrait zu dem ursprünglich bestimmten Zwecke erscheinen solle, und bemerken dabei Ihnen sei es gleichgültig. Diese Anfrage ist es nun gerade, die ich erwartet haben würde, ehe mein Portrait im Album erschienen oder versendet war – und dann würde ich Ihnen darauf erwiedert haben, daß es mir gleichgültig sei.

Daß Sie mir sagen, mein Portrait stehe im Album nicht in schlechter Gesellschaft, begreife ich gar nicht, da es in gar keiner Gesellschaft im Album steht, sondern allein. Wenn Sie damit sagen wollen, Sie glaubten ich wolle mich über die bedeutenden und vortrefflichen Männer von denen mehrere Ihr Album geziert haben, überheben, so wissen Sie recht gut, daß gerade das Gegentheil der Grund meines Verdrusses ist, indem ich gar keinen Grund sehe, in einem Album zu welchem ich nur so unbedeutendes geleistet habe, als Titelblatt und als einziges Portrait vorne an stehen zu dürfen.

Sie verstehen es nicht, daß ich Ihnen meine Verwundrung drüber geäußert habe, daß mein Portrait im Kunsthandel erscheine, und daß mir Hr. Raymund HärtelHärtel, Raymund (1810-1888) darauf erwiedert, dies sei nur zufällig geschehen – ich weiß es nicht deutlicher auszudrücken, als indem ich wiederhole, daß ich Hrn. Raymund HärtelHärtel, Raymund (1810-1888) meine Verwundrung drüber ausdrückte, daß mein für die musikal. Zeitung (und Ihre Sammlung) bestimmtes Portrait bei del VecchioPietro del Vecchio, Kunst- und optische Warenhandlung sowie Verlag in Leipzig aushänge, daß mir dies unangenehm sei, und daß er mir darauf erwiederte, dies sey nur zufällig geschehn, indem dorthin nur einige wenige Exemplare gesendet worden seien, welche meine Freunde gern hätten haben wollen, das Portrait aber nach wie vor zu dem bestimmten Zwecke verwendet werden sollte.

Wie fatal ist es mir über ein Portrait, da mir das ganze Portraitwesen so unleidlich ist, so viel und so bedauerliches schreiben zu müssen; wie sehr leid thut es mir meine Abneigung dagegen so recht bestärkt zu sehen, da es der Grund zu einer so unangenehmen Correspondenz geworden ist.

Sie wissen es daß auch mir von jeher an einem freundschaftlichen, sowie geschäftlichen Verkehr mit Ihnen gelegen war. Ein solcher kann nach meiner Meinung aber nur bei gegenseitiger Offenheit bestehen, und wenn Sie mir also sagen, daß Sie geglaubt hätten ich sei durch die Anzeigen, sowie durch einen Brief davon benachrichtigt daß mein Portrait erscheinen sollen, so ist es das einzige was mich hoffen läßt, daß die Sache ein Misverständniß, und meine Einwilligung von Ihnen nicht als etwas Überflüssiges oder später sich von selbst Verstehendes betrachtet worden sei.

Und da auch ich von Herzen wünsche daß das Geschehene hierüber und hinüber als ungeschehen betrachtet werden möge, so sende ich die beiden Exemplare des Albums hiebei zurück, bitte Sie aber mir keine andern dafür zu schicken, indem ich eben das ganze Album und alles was damit zusammenhängt mir gern erst ganz aus dem Sinn schlagen möchte, und dann hoffe daß unser Verhältniß wieder so wie vorher, und hoffentlich auf recht lange, ein gutes und freundschaftliches bleiben möge.

Dies wünscht aufrichtig Ihr hochachtungsvoll ergebner Felix Mendelssohn Bartholdy. Leipzig 12 Dec. 1836.
            Ew. Wohlgeboren
so eben erhaltene geehrte Zuschrift erklärt den Punct, wegen dessen ich Herrn Raymund Härtel gestern schrieb, durchaus nicht, läßt mich vielmehr von neuem bedauern, daß ich eine mir so unangenehme Sache von neuem besprechen muß. – Allerdings hatten Sie mein Portrait für Ihre „Sammlung“ noch außer dem Zweck für die musikalische Zeitung gewünscht; Sie sprachen damals sogar von einer Copie des Oelbildes für Ihre „Sammlung“, und um so weniger konnte ich mir bei diesem Ausdruck damals etwas andres als Ihre Privatsammlung denken, indem ich mir sonst es gar nicht hätte erklären können, und unter Sammlung eben so wenig das Album als den Kunsthandel verstehen konnte. Sie sagen, Sie hätten mir davon geschrieben, daß im Album auch mein Portrait erscheinen sollen, ich hätte darauf nicht geantwortet; ich weiß mich dessen nicht zu entsinnen, und eben da ich nicht geantwortet habe, wäre eine nochmalige Erwähnung davon im Laufe der 6 Monate wohl natürlich gewesen.
Ich hätte es durch die 10-12 000 Anzeigen erfahren sollen, aber unglücklicherweise ist gerade mir von diesen 10-12 000 keine einzige zugeschickt worden, und keine davon zu Gesicht gekommen.
Sie lassen mir nun die Wahl, ob und wann mein Portrait zu dem ursprünglich bestimmten Zwecke erscheinen solle, und bemerken dabei Ihnen sei es gleichgültig. Diese Anfrage ist es nun gerade, die ich erwartet haben würde, ehe mein Portrait im Album erschienen oder versendet war – und dann würde ich Ihnen darauf erwiedert haben, daß es mir gleichgültig sei.
Daß Sie mir sagen, mein Portrait stehe im Album nicht in schlechter Gesellschaft, begreife ich gar nicht, da es in gar keiner Gesellschaft im Album steht, sondern allein. Wenn Sie damit sagen wollen, Sie glaubten ich wolle mich über die bedeutenden und vortrefflichen Männer von denen mehrere Ihr Album geziert haben, überheben, so wissen Sie recht gut, daß gerade das Gegentheil der Grund meines Verdrusses ist, indem ich gar keinen Grund sehe, in einem Album zu welchem ich nur so unbedeutendes geleistet habe, als Titelblatt und als einziges Portrait vorne an stehen zu dürfen.
Sie verstehen es nicht, daß ich Ihnen meine Verwundrung drüber geäußert habe, daß mein Portrait im Kunsthandel erscheine, und daß mir Hr. Raymund Härtel darauf erwiedert, dies sei nur zufällig geschehen – ich weiß es nicht deutlicher auszudrücken, als indem ich wiederhole, daß ich Hrn. Raymund Härtel meine Verwundrung drüber ausdrückte, daß mein für die musikal. Zeitung (und Ihre Sammlung) bestimmtes Portrait bei del Vecchio aushänge, daß mir dies unangenehm sei, und daß er mir darauf erwiederte, dies sey nur zufällig geschehn, indem dorthin nur einige wenige Exemplare gesendet worden seien, welche meine Freunde gern hätten haben wollen, das Portrait aber nach wie vor zu dem bestimmten Zwecke verwendet werden sollte.
Wie fatal ist es mir über ein Portrait, da mir das ganze Portraitwesen so unleidlich ist, so viel und so bedauerliches schreiben zu müssen; wie sehr leid thut es mir meine Abneigung dagegen so recht bestärkt zu sehen, da es der Grund zu einer so unangenehmen Correspondenz geworden ist.
Sie wissen es daß auch mir von jeher an einem freundschaftlichen, sowie geschäftlichen Verkehr mit Ihnen gelegen war. Ein solcher kann nach meiner Meinung aber nur bei gegenseitiger Offenheit bestehen, und wenn Sie mir also sagen, daß Sie geglaubt hätten ich sei durch die Anzeigen, sowie durch einen Brief davon benachrichtigt daß mein Portrait erscheinen sollen, so ist es das einzige was mich hoffen läßt, daß die Sache ein Misverständniß, und meine Einwilligung von Ihnen nicht als etwas Überflüssiges oder später sich von selbst Verstehendes betrachtet worden sei.
Und da auch ich von Herzen wünsche daß das Geschehene hierüber und hinüber als ungeschehen betrachtet werden möge, so sende ich die beiden Exemplare des Albums hiebei zurück, bitte Sie aber mir keine andern dafür zu schicken, indem ich eben das ganze Album und alles was damit zusammenhängt mir gern erst ganz aus dem Sinn schlagen möchte, und dann hoffe daß unser Verhältniß wieder so wie vorher, und hoffentlich auf recht lange, ein gutes und freundschaftliches bleiben möge.
Dies wünscht aufrichtigIhr hochachtungsvoll ergebner Felix Mendelssohn Bartholdy.
Leipzig 12 Dec. 1836.          
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        <salute rend="left">Ew. Wohlgeboren</salute>
        <p style="paragraph_without_indent">so eben erhaltene geehrte Zuschrift erkl&#xE4;rt den Punct, wegen dessen ich <persName xml:id="persName_0e419058-f33f-4248-9e34-3731d0769423">Herrn Raymund H&#xE4;rtel<name key="PSN0111726" style="hidden">H&#xE4;rtel, Raymund (1810-1888)</name></persName> gestern schrieb, durchaus nicht, l&#xE4;&#xDF;t mich vielmehr von neuem bedauern, da&#xDF; ich eine mir so unangenehme Sache von neuem besprechen mu&#xDF;. &#x2013; Allerdings hatten Sie mein Portrait f&#xFC;r Ihre &#x201E;Sammlung&#x201C; noch au&#xDF;er dem Zweck f&#xFC;r die musikalische Zeitung gew&#xFC;nscht; Sie sprachen damals sogar von einer <title xml:id="title_a793b206-c279-49de-a537-5ea6808c852e">Copie des Oelbildes<name key="PSN0111982" style="hidden" type="author">Hildebrandt, Ferdinand Theodor (1804-1874)</name><name key="CRT0109260" style="hidden" type="art">Felix Mendelssohn Bartholdy (&#xD6;lgem&#xE4;lde 1834)</name></title> f&#xFC;r Ihre &#x201E;Sammlung&#x201C;, und um so weniger konnte ich mir bei diesem Ausdruck damals etwas andres als Ihre Privatsammlung denken, indem ich mir sonst es gar nicht h&#xE4;tte erkl&#xE4;ren k&#xF6;nnen, und unter Sammlung eben so wenig das Album als den Kunsthandel verstehen konnte. Sie sagen, Sie h&#xE4;tten mir davon geschrieben, da&#xDF; im Album auch mein Portrait erscheinen sollen, ich h&#xE4;tte darauf nicht geantwortet; ich wei&#xDF; mich dessen nicht zu entsinnen, und eben da ich nicht geantwortet habe, w&#xE4;re eine nochmalige Erw&#xE4;hnung davon im Laufe der 6 Monate wohl nat&#xFC;rlich gewesen.</p>
        <p>Ich h&#xE4;tte es durch die 10-12 000 Anzeigen erfahren sollen, aber ungl&#xFC;cklicherweise ist gerade <hi rend="underline">mir</hi> von diesen 10-12 000 keine einzige zugeschickt worden, und keine davon zu Gesicht gekommen.</p>
        <p>Sie lassen mir nun die Wahl, ob und wann mein Portrait zu dem urspr&#xFC;nglich bestimmten Zwecke erscheinen solle, und bemerken dabei Ihnen sei es gleichg&#xFC;ltig. Diese Anfrage ist es nun gerade, die ich erwartet haben w&#xFC;rde, <hi rend="underline">ehe</hi> mein Portrait im Album erschienen oder versendet war &#x2013; und dann w&#xFC;rde ich Ihnen darauf erwiedert haben, da&#xDF; es <hi rend="underline">mir</hi> gleichg&#xFC;ltig sei.</p>
        <p>Da&#xDF; Sie mir sagen, mein Portrait stehe im Album nicht in schlechter Gesellschaft, begreife ich gar nicht, da es in gar keiner Gesellschaft im Album steht, sondern allein. Wenn Sie damit sagen wollen, Sie glaubten ich wolle mich &#xFC;ber die bedeutenden und vortrefflichen M&#xE4;nner von denen mehrere Ihr Album geziert haben, <hi rend="underline">&#xFC;berheben</hi>, so wissen Sie recht gut, da&#xDF; gerade das <hi rend="underline">Gegentheil</hi> der Grund meines Verdrusses ist, indem ich gar keinen Grund sehe, in einem Album zu welchem ich nur so unbedeutendes geleistet habe, als Titelblatt und als einziges Portrait vorne an stehen zu d&#xFC;rfen.</p>
        <p>Sie verstehen es nicht, da&#xDF; ich Ihnen meine Verwundrung dr&#xFC;ber ge&#xE4;u&#xDF;ert habe, da&#xDF; mein Portrait im Kunsthandel erscheine, und da&#xDF; mir <persName xml:id="persName_6985cd14-4980-45b7-8c45-631393ffb2b0">Hr. Raymund H&#xE4;rtel<name key="PSN0111726" style="hidden">H&#xE4;rtel, Raymund (1810-1888)</name></persName> darauf erwiedert, dies sei nur zuf&#xE4;llig geschehen &#x2013; ich wei&#xDF; es nicht deutlicher auszudr&#xFC;cken, als indem ich wiederhole, da&#xDF; ich <persName xml:id="persName_a759974c-747b-4ac9-a807-dcb5f405612b">Hrn. Raymund H&#xE4;rtel<name key="PSN0111726" style="hidden">H&#xE4;rtel, Raymund (1810-1888)</name></persName> meine Verwundrung dr&#xFC;ber ausdr&#xFC;ckte, da&#xDF; mein f&#xFC;r die musikal. Zeitung (und Ihre Sammlung) bestimmtes Portrait bei <persName xml:id="persName_ab93b203-f207-43e9-8f28-d123c3ba36e6">del Vecchio<name key="PSN0115457" style="hidden">Pietro del Vecchio, Kunst- und optische Warenhandlung sowie Verlag in Leipzig</name></persName> aush&#xE4;nge, da&#xDF; mir dies unangenehm sei, und da&#xDF; er mir darauf erwiederte, dies sey nur zuf&#xE4;llig geschehn, indem dorthin nur einige wenige Exemplare gesendet worden seien, welche meine Freunde gern h&#xE4;tten haben wollen, das Portrait aber nach wie vor zu dem bestimmten Zwecke verwendet werden sollte.</p>
        <p>Wie fatal ist es mir &#xFC;ber ein Portrait, da mir das ganze Portraitwesen so unleidlich ist, so viel und so bedauerliches schreiben zu m&#xFC;ssen; wie sehr leid thut es mir meine Abneigung dagegen so recht best&#xE4;rkt zu sehen, da es der Grund zu einer so unangenehmen Correspondenz geworden ist.</p>
        <p>Sie wissen es da&#xDF; auch mir von jeher an einem freundschaftlichen, sowie gesch&#xE4;ftlichen Verkehr mit Ihnen gelegen war. Ein solcher kann nach meiner Meinung aber nur bei gegenseitiger Offenheit bestehen, und wenn Sie mir also sagen, da&#xDF; Sie geglaubt h&#xE4;tten ich sei durch die Anzeigen, sowie durch einen Brief davon benachrichtigt da&#xDF; mein Portrait erscheinen sollen, so ist es das einzige was mich hoffen l&#xE4;&#xDF;t, da&#xDF; die Sache ein Misverst&#xE4;ndni&#xDF;, und meine Einwilligung von Ihnen nicht als etwas &#xDC;berfl&#xFC;ssiges oder sp&#xE4;ter sich von selbst Verstehendes betrachtet worden sei.</p>
        <p>Und da auch ich von Herzen w&#xFC;nsche da&#xDF; das Geschehene hier&#xFC;ber und hin&#xFC;ber als ungeschehen betrachtet werden m&#xF6;ge, so sende ich die beiden Exemplare des Albums hiebei zur&#xFC;ck, bitte Sie aber mir <hi rend="underline">keine andern</hi> daf&#xFC;r zu schicken, indem ich eben das ganze Album und alles was damit zusammenh&#xE4;ngt mir gern erst ganz aus dem Sinn schlagen m&#xF6;chte, und <seg type="closer" xml:id="seg_cdaacefe-3ef9-4cea-90cd-d2094c774001">dann hoffe da&#xDF; unser Verh&#xE4;ltni&#xDF; wieder so wie vorher, und hoffentlich auf recht lange, ein gutes und freundschaftliches bleiben m&#xF6;ge.</seg></p>
        <closer rend="left" xml:id="closer_c9c4df1f-e5ed-4f72-82a5-f0aed88c9f99">Dies w&#xFC;nscht aufrichtig</closer>
        <closer rend="right" xml:id="closer_6cd38db6-a049-4915-88f0-73d9d2e5cb26">Ihr hochachtungsvoll ergebner</closer>
        <signed rend="left">Felix Mendelssohn Bartholdy.</signed>
        <dateline rend="left">Leipzig <date cert="high" when="1836-12-12" xml:id="date_990df9ab-3197-42f8-8a0d-fdccbf6418c5">12 Dec. 1836</date>.</dateline>
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